Die Strichmännchen-Technik
Manchmal lässt uns etwas einfach nicht los.
Ein Gespräch, eine Person oder eine Situation kreist immer wieder im Kopf – obwohl wir längst merken, dass es uns nicht guttut.
Für genau solche Momente gibt es eine sehr einfache Übung, die dir helfen kann, innerlich etwas Abstand zu gewinnen: die Strichmännchen-Technik nach Jacques Martel.
🎧 Diese Idee gibt es auch als Podcastfolge:
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Die Strichmännchen-Technik – kurz erklärt
Die Übung hilft dir dabei, emotionale Verstrickungen zu lösen, ohne die Beziehung im Außen zu beenden.
Du arbeitest dabei nicht an der anderen Person – sondern an deiner inneren Bindung.
Typische Situationen, in denen die Technik hilfreich sein kann:
nach einem belastenden Gespräch
wenn dich eine Person gedanklich nicht loslässt
bei Ärger, Kränkung oder emotionaler Abhängigkeit
bei Ängsten oder inneren Blockaden
bei Entscheidungen, bei denen du festhängst
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Du brauchst nur ein Blatt Papier, einen Stift und eine Schere.
1. Dich selbst zeichnen
Zeichne links ein einfaches Strichmännchen – das bist du.
Schreibe deinen Namen darunter.
2. Die andere Person oder Situation
Zeichne rechts ein zweites Strichmännchen.
Das kann eine Person oder auch eine Situation sein (z. B. „Prüfung“ oder „Konflikt“).
3. Lichtkreise
Zeichne um beide Figuren jeweils einen Kreis mit Strahlen (wie eine Sonne).
Danach einen großen Kreis um beide gemeinsam.
4. Verbindungen einzeichnen
Verbinde die beiden Figuren mit Linien auf sieben Ebenen:
Becken
Unterbauch
Magen
Herz
Hals
Stirn
Kopf
5. Verbindung trennen
Schneide das Blatt in der Mitte zwischen den Figuren durch (oder reiße es bewusst).
6. Abschluss
Sage einen Satz wie:
„Danke, es ist geschehen.“
7. Entsorgen
Entsorge die beiden Papierstücke.
Wichtige Hinweise
Die Übung ist kein Mittel, um andere zu beeinflussen
Du machst sie immer für dich selbst
Es geht nicht darum, Beziehungen abzubrechen, sondern innerlich klarer zu werden
Die Strichmännchen-Technik wirkt auf den ersten Blick sehr einfach – vielleicht sogar zu einfach.
Gerade darin liegt aber ihre Stärke.
Du bringst etwas aus dem Kopf aufs Papier, machst es sichtbar und setzt eine klare Handlung.
Wenn dich gerade etwas innerlich festhält, probier es einfach einmal aus – und beobachte, was sich verändert.