Eine Murmel für jeden Glücksmoment
Wie oft erinnern wir uns am Abend an das, was schiefgelaufen ist?
An das unangenehme Gespräch.
An den Stress.
An die Aufgabe, die wir nicht geschafft haben.
Unser Gehirn scheint solche Momente regelrecht festzuhalten. Und das ist eigentlich gar nicht überraschend. Es ist darauf programmiert, Probleme wahrzunehmen, weil das früher unser Überleben gesichert hat.
Doch was wäre, wenn wir unseren Blick bewusst auf das richten würden, was gut war?
Eine Geschichte aus Indien
Vor einiger Zeit hörte ich eine Geschichte, die mir sofort ein Lächeln ins Gesicht zauberte.
Sie erzählt von einem Mann aus Indien, der jeden Tag zufrieden und glücklich wirkte. Seine Mitmenschen fragten ihn schließlich, warum er immer so fröhlich sei.
Darauf griff er in seine Jackentasche und zeigte ihnen eine Handvoll Murmeln.
Jeden Morgen steckte er sie in seine linke Jackentasche.
Immer wenn er tagsüber einen schönen Moment erlebte, nahm er eine Murmel und steckte sie in die rechte Tasche.
Das konnte etwas ganz Einfaches sein:
ein freundliches Lächeln,
ein nettes Gespräch,
ein Sonnenstrahl,
Vogelgezwitscher,
oder einfach ein kurzer Augenblick, in dem er das Leben bewusst wahrnahm.
Am Abend nahm er die Murmeln aus der rechten Tasche und erinnerte sich noch einmal an all diese kleinen Glücksmomente.
Wir sammeln oft das Falsche
Als ich diese Geschichte hörte, wurde mir bewusst, dass ich häufig genau das Gegenteil mache.
Ich sammle Probleme.
Ich erinnere mich an das, was nicht funktioniert hat.
An Fehler.
An Sorgen.
Und plötzlich fühlt sich ein ganzer Tag schwierig an, obwohl zwischendurch viele schöne Dinge passiert sind.
Die Murmeln verändern daran etwas.
Nicht weil sie Probleme verschwinden lassen.
Sondern weil sie unseren Blick verändern.
Ein neuer Suchauftrag für dein Gehirn
Stell dir vor, du trägst morgens ein paar Murmeln, Kastanien, kleine Steine oder sogar Büroklammern in deiner linken Tasche.
Immer wenn du etwas Schönes erlebst, wandert eine davon in die rechte Tasche.
Das Spannende daran ist:
Plötzlich bemerkst du diese Momente viel bewusster.
Du denkst:
„Das war gerade eine Murmel.“
Ein freundliches Wort.
Ein gutes Essen.
Ein kurzer Moment der Ruhe.
Ein schöner Gedanke.
Dein Gehirn bekommt einen neuen Auftrag.
Nicht:
„Finde alle Probleme.“
Sondern:
„Zeig mir die schönen Momente.“
Und genau dadurch verändert sich oft der ganze Tag.
Ein kleines Experiment
Vielleicht möchtest du diese Idee einfach einmal ausprobieren.
Nimm morgen früh eine Handvoll kleiner Gegenstände und stecke sie in deine linke Hosentasche.
Jedes Mal, wenn du etwas Schönes erlebst, wandert einer davon nach rechts.
Am Abend musst du sie nicht einmal zählen.
Lass jede Murmel einfach noch einmal den Moment in Erinnerung rufen, für den sie steht.
Ich bin gespannt, ob du – so wie ich – überrascht sein wirst, wie viele kleine Glücksmomente ein ganz normaler Tag bereithält.
Denn oft sind sie längst da.
Wir müssen nur lernen, sie wieder wahrzunehmen.
🎧 Hier kannst du die Podcast-Folge anhören: Sammle Glücksmomente