Prokrastination: Warum wir Dinge aufschieben – und wie wir trotzdem anfangen

Kennst du das? Du hast eine wichtige Aufgabe zu erledigen, aber plötzlich erscheint dir sogar das Fensterputzen unglaublich verlockend. Du bist beschäftigt, vielleicht sogar richtig produktiv. Nur leider nicht mit dem, was du eigentlich tun wolltest.

Was, wenn das gar nichts mit Faulheit zu tun hat?

Vor Kurzem bin ich in einem Buch von Dr. Biyon Kattilathu über einen Gedanken gestolpert, der meinen Blick auf Prokrastination verändert hat: Wir schieben Aufgaben häufig nicht auf, weil wir zu undiszipliniert sind, sondern weil wir unangenehmen Gefühlen ausweichen möchten.

Druck, Überforderung, Unsicherheit oder einfach nur Unlust – all das kann eine Aufgabe in uns auslösen. Und sobald wir uns ablenken, fühlen wir uns kurzfristig besser.

Ablenkung ist dann nicht nur unser Problem, sondern für einen Moment sogar unsere Lösung.

Mein persönlicher Aufschiebe-Klassiker

Bei mir ist es eindeutig die Buchhaltung. Ein paar Belege liegen auf dem Schreibtisch und in meinem Kopf entsteht daraus ein riesiger Berg. Je länger ich warte, desto größer wird er.

Was mir inzwischen hilft? Ich nehme mir nicht mehr vor, die komplette Buchhaltung zu erledigen. Ich lege lediglich die Belege auf den Tisch und sortiere sie nach Monaten.

Das klingt banal. Ist es auch. Aber erstaunlich oft mache ich danach einfach weiter.

Denn manchmal müssen wir nicht erst motiviert sein, um anzufangen. Manchmal entsteht Motivation erst durch das Anfangen.

Wie klein darf dein erster Schritt sein?

Wenn du gerade etwas vor dir herschiebst, frag dich einmal:

Welches unangenehme Gefühl möchte ich gerade vermeiden?

Und dann:

Was ist der kleinstmögliche Schritt, den ich trotzdem machen kann?

Vielleicht sind es nur drei Sätze statt einer ganzen Seite. Fünf Minuten draußen statt einer halben Stunde Sport. Oder eben ein paar sortierte Belege.

Und wenn du danach aufhörst? Auch gut. Der kleine Schritt zählt trotzdem.

Vielleicht brauchst du heute gar nicht mehr Motivation. Vielleicht brauchst du nur einen Anfang, der klein genug ist.

🎧 Lieber hören als lesen? In meinem Podcast Der Klarheitskompass erzähle ich, warum mir ausgerechnet die Buchhaltung das Anfangen so schwer macht – und wie ich damit umgehe. Hier kannst du die Folge anhören.

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5-4-3-2-1: Wenn deine Gedanken gerade Salto mortale schlagen