Die letzten drei Gedanken des Tages

Woran denkst du normalerweise, kurz bevor du einschläfst?

Wenn es dir so geht wie mir, beginnt dein Kopf oft noch einmal den ganzen Tag durchzugehen. Was habe ich vergessen? Was hätte ich besser machen können? Was steht morgen an? Ehe man sich versieht, kreisen die Gedanken fast nur noch um das, was nicht funktioniert hat.

Dabei ist das eigentlich ganz normal.

Unser Gehirn ist darauf programmiert, Probleme zu erkennen. Vor Tausenden von Jahren war das überlebenswichtig. Wer Gefahren früh bemerkte, hatte bessere Chancen zu überleben. Heute begegnen wir zwar selten einem Säbelzahntiger, dafür aber E-Mails, Rechnungen, Entscheidungen und To-do-Listen. Unser Gehirn reagiert darauf jedoch ganz ähnlich: Es sucht nach dem, was Aufmerksamkeit braucht.

Vor einiger Zeit las ich einen Gedanken von Mike Michalowicz, der mich nachdenklich machte. Sinngemäß schrieb er, dass wir unseren Blick stärker auf das richten sollten, wohin wir möchten, statt ständig auf das, was gerade nicht funktioniert.

Das ist leichter gesagt als getan.

Deshalb habe ich für mich eine kleine Gewohnheit entwickelt, die kaum eine Minute dauert.

Bevor ich einschlafe, erinnere ich mich bewusst an drei schöne Momente des Tages.

Nicht an große Erfolge oder außergewöhnliche Ereignisse, sondern an kleine Augenblicke:

  • Jemand hält mir die Tür auf.

  • Ein freundliches Gespräch.

  • Ein Joghurt mit der selbstgemachten Marmelade meines Vaters.

  • Die ersten Sonnenstrahlen am Morgen.

  • Eine gute Tasse Kaffee.

Diese Momente wirken unscheinbar. Und genau deshalb übersehen wir sie so leicht.

Das Spannende ist: Seit ich diese Übung regelmäßig mache, verändert sich nicht nur mein Abend. Auch tagsüber nehme ich viel bewusster wahr, was schön ist. Mein Gehirn scheint regelrecht danach Ausschau zu halten, weil es weiß, dass ich mich später daran erinnern möchte.

Probleme verschwinden dadurch natürlich nicht. Aber sie bekommen Gesellschaft. Plötzlich haben auch die kleinen, schönen Momente wieder ihren Platz.

Vielleicht möchtest du es heute Abend selbst ausprobieren.

Bevor du einschläfst, frage dich einfach:

Welche drei Momente haben mir heute ein gutes Gefühl geschenkt?

Vielleicht fallen sie dir sofort ein. Vielleicht musst du einen Moment überlegen. Beides ist völlig in Ordnung.

Denn wonach wir suchen, das finden wir meistens auch.

🎧 In der Podcast-Folge erzähle ich ausführlicher, warum diese kleine Gewohnheit meinen Blick auf den Alltag verändert hat und weshalb sie für mich zu einem festen Abendritual geworden ist.

🎧 Die passende Podcast-Folge findest du hier: 3 Gedanken am Abend

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