Was brauchst du eigentlich, damit Arbeit sich gut anfühlt?
Vielleicht kennst du diese Gedanken: Ich müsste belastbarer sein. Organisierter. Durchsetzungsfähiger. Flexibler. Weniger empfindlich.
Ich kenne sie jedenfalls sehr gut.
Jahrelang habe ich versucht, mich an das anzupassen, was in meinem jeweiligen Arbeitsumfeld gerade gebraucht wurde. Und besonders ein Vorwurf ist mir dabei immer wieder begegnet: Ich sei zu empfindlich, zu sensibel.
Also versucht man, weniger empfindlich zu sein. Man versucht, mit einem Arbeitsrhythmus zurechtzukommen, der einem eigentlich nicht entspricht. Man versucht, sich in einem Umfeld wohlzufühlen, in dem man sich ständig unwohl fühlt.
Und irgendwann landet man womöglich bei einer ziemlich unangenehmen Frage:
Was stimmt eigentlich nicht mit mir?
Heute würde ich eine andere Frage stellen:
Was brauche ich eigentlich, damit sich Arbeit für mich gut anfühlt?
Was, wenn du dich nicht ständig passend machen müsstest?
Vor Kurzem bin ich wieder über einen Gedanken von Vera F. Birkenbihl gestolpert, der bei mir hängen geblieben ist.
Sinngemäß ging es darum, dass sich etwas verändert, wenn wir stärker in Einklang mit unserem eigenen Wesen kommen. Dann können auch Dinge geschehen, die wir nicht erzwingen können: Wir treffen vielleicht die richtigen Menschen, erkennen günstige Gelegenheiten oder haben manchmal schlicht Glück.
Gerade im Zusammenhang mit Arbeit finde ich diesen Gedanken spannend.
Nicht, weil ich glaube, dass plötzlich wie von Zauberhand der perfekte Arbeitsplatz vor der Tür steht, sobald wir nur genügend „bei uns“ sind.
Sondern weil vorher etwas anderes passiert:
Wenn ich weiß, was zu mir passt, beginne ich anders zu entscheiden.
Derselbe Arbeitsplatz – zwei völlig unterschiedliche Erfahrungen
Stell dir zwei Menschen vor, die genau dieselbe Tätigkeit ausüben.
Beide kommen morgens in ein lebhaftes Büro. Es wird gesprochen, jemand kommt zwischendurch vorbei, Fragen werden über den Schreibtisch hinweg gestellt, spontane Ideen entstehen und ständig passiert etwas.
Der eine liebt es. Genau dieser Austausch bringt ihn auf Touren. Am Abend geht er nach Hause und denkt: Was für ein guter Tag.
Daneben sitzt jemand, der dieselbe Arbeit erledigt.
Für ihn bedeutet jedes Gespräch eine Unterbrechung. Die Geräusche strengen ihn an und eigentlich würde er nichts lieber tun, als zwei oder drei Stunden vollkommen ungestört in seine Arbeit einzutauchen.
Am Abend ist er erschöpft.
Wer von beiden hat nun recht?
Beide.
Das Problem beginnt erst, wenn einer von ihnen glaubt, er müsse so arbeiten können wie der andere.
Denn häufig beurteilen wir unsere Arbeitsweise danach, wie man angeblich arbeiten sollte, statt herauszufinden, wie wir selbst gut arbeiten können.
Zwei Arbeitstage verraten dir erstaunlich viel
Dafür kannst du ein kleines Experiment machen.
Denk an einen Arbeitstag zurück, nach dem du nach Hause gekommen bist und dachtest:
Das war heute ein richtig guter Tag.
Dabei muss überhaupt nichts Außergewöhnliches passiert sein. Du musst weder befördert worden sein noch ein riesiges Lob bekommen oder einen besonderen Erfolg gefeiert haben.
Es reicht ein ganz gewöhnlicher Arbeitstag, an dem du dich einfach wohlgefühlt hast.
Geh diesen Tag gedanklich noch einmal durch.
Hattest du viel Kontakt mit anderen oder endlich einmal deine Ruhe? Konntest du selbst entscheiden, wie du deine Aufgaben erledigst, oder haben dir klare Vorgaben gutgetan? War viel los oder hattest du ausreichend Zeit? Hast du etwas Neues gelernt? Konntest du jemandem helfen? Hast du mit anderen gemeinsam etwas entwickelt? Oder hattest du am Abend einfach das befriedigende Gefühl, wirklich etwas weitergebracht zu haben?
Du brauchst darauf keine perfekten Antworten.
Suche nach den Bedingungen, die diesen Tag gut gemacht haben.
Und jetzt dreh das Experiment um.
Denk an einen völlig gewöhnlichen Arbeitstag, nach dem du erschöpft nach Hause gekommen bist und nur noch dachtest: Bitte morgen nicht wieder so.
Was war an diesem Tag anders?
Zu viele Unterbrechungen? Zu viele Menschen – oder vielleicht zu wenige? Zeitdruck? Langeweile? Ständige Kontrolle? Unklare Erwartungen? Konflikte? Immer dieselben Aufgaben? Oder das Gefühl, den ganzen Tag Dinge erledigt zu haben, die für dich überhaupt keinen Sinn ergeben?
Jetzt kannst du zwei kleine Listen anlegen:
Davon brauche ich mehr.
und
Davon brauche ich weniger.
Vielleicht tauchen dort Ruhe, Abwechslung, Austausch, Selbstständigkeit, Sicherheit, Freiheit, Anerkennung oder Sinn auf. Vielleicht merkst du auch, dass du weniger Zeitdruck, Kontrolle oder Unterbrechungen brauchst.
Damit hast du noch keine Antwort auf die große Frage nach deinem perfekten Beruf.
Aber du weißt schon etwas sehr Wertvolles:
Unter welchen Bedingungen du wahrscheinlich besser arbeiten kannst.
Wer sich selbst kennt, erkennt andere Möglichkeiten
Und hier komme ich wieder zu Birkenbihls Gedanken zurück.
Was verändert sich, wenn du diese Dinge über dich weißt?
Vielleicht erscheint nicht plötzlich dein Traumjob.
Aber du liest möglicherweise eine Stellenanzeige anders. Du stellst im Bewerbungsgespräch andere Fragen. Du erkennst früher, warum dich eine bestimmte Aufgabe immer wieder erschöpft. Vielleicht sagst du auch eher Nein zu etwas, von dem du längst weißt, dass es dir nicht guttut.
Genau das habe ich selbst erlebt.
Lange hatte ich mich daran orientiert, was mein Umfeld darüber vermittelte, wie ein guter Arbeitsplatz auszusehen hat, wie man arbeiten sollte und was einem dabei wichtig sein müsste.
Erst als ich mich intensiver damit beschäftigt habe, was mir tatsächlich guttut und was nicht, hat sich mein Blick verändert.
Und damit verändert sich noch etwas.
Wir begegnen immer wieder Menschen, Gesprächen und Gelegenheiten, die wir nicht planen können. Manchmal führt ein einziges Gespräch zu einer neuen Idee. Jemand erzählt von einer Möglichkeit, auf die wir selbst nie gekommen wären. Eine Stellenanzeige taucht auf, die wir früher vielleicht überblättert hätten.
Ob wir solche Momente Zufall, Glück oder Resonanz nennen, ist für mich gar nicht so entscheidend.
Viel spannender finde ich diese Frage:
Kann ich eine passende Gelegenheit überhaupt erkennen, wenn ich nicht weiß, was zu mir passt?
Was der Mond mit deinem Arbeitsalltag zu tun haben kann
Genau deshalb beschäftige ich mich momentan sehr intensiv mit unseren Bedürfnissen im Arbeitsleben.
Eine Perspektive, die ich dafür nutze, stammt aus der Astrologie: Der Mond im Geburtshoroskop.
Der Mond wird dort unter anderem mit unseren grundlegenden Bedürfnissen, unserem emotionalen Wohlbefinden und dem verbunden, was uns ein Gefühl von Sicherheit gibt.
Mich interessiert daran allerdings weniger die astrologische Theorie als die praktische Frage:
Was könnte das ganz konkret für deinen Arbeitsalltag bedeuten?
Welche Umgebung könnte dir guttun? Was brauchst du im Kontakt mit Kollegen? Was hilft dir bei Stress? Brauchst du Abwechslung oder Beständigkeit? Rückzug oder Austausch? Und worauf könntest du achten, wenn du dich beruflich verändern möchtest?
Aus diesen Fragen entsteht gerade mein erstes digitales Produkt Moon at Work.
Darin übersetze ich die zwölf Mondzeichen ganz konkret in den Berufsalltag. Du brauchst dafür kein astrologisches Vorwissen, sondern lediglich deine Geburtsdaten und ein wenig Neugier darauf, dich selbst besser kennenzulernen.
Moon at Work ist gerade noch im Entstehen. Wenn du erfahren möchtest, sobald der Kurs fertig ist, kannst du dich unverbindlich in meine Interessentenliste eintragen.
Und bis dahin kannst du dir eine Frage mitnehmen:
Wo versuchst du dich bei deiner Arbeit noch immer passend zu machen, obwohl du vielleicht längst weißt, dass etwas anderes besser zu dir passen würde?
Vielleicht beginnt berufliche Klarheit nämlich nicht immer damit, herauszufinden, was wir noch alles an uns verändern müssen.
Vielleicht beginnt sie damit, uns selbst ein bisschen besser zu verstehen.